Unterstützung bei der Qualitätsüberprüfung
Projekt mit Deutsche Nickel


Die Ausgangslage

Die Deutsche Nickel GmbH in Schwerte stellt Draht- und Stangenprodukte aus Nickel- und Nickelbasislegierungen her. Die Stangen und Drähte werden in Produkten angewendet, die besonders hohen Temperaturen oder korrosiven Atmosphären ausgesetzt sind. Daher kommt es besonders auf die Hitze- und Korrosionsbeständigkeit der Nickelwerkstoffe an. Um den Kund:innen dabei eine konstant hohe Produktqualität liefern zu können, wird die Qualität der zugelieferten Rohprodukte vor, während und nach der Fertigung im Werk sorgfältigt überwacht. Beim Wareneingang werden aktuell alle Drahtrollen auf ihre Qualität hin überprüft.

Die Vorgehensweise

Die Daten der Wareneingangsprüfung sind im eher unhandlichen Laborsystem abgelegt, deshalb müssen als erstes die gewünschten Messergebnisse der letzten Jahre erfasst und strukturiert werden. Durch Datenanalysen werden dann statistische Kenngrößen ermittelt und dadurch Zusammenhänge zwischen der Qualitätslage der Zuliefer:innen und den erhobenen Prüfergebnissen ermittelt. Darauf aufbauend wird – angelehnt an Annahmestichprobenprüfungen aus dem aktuellen Stand der Technik – eine individuelle Methode entwickelt, die statistisch abgesicherte Stichprobenanweisungen liefert. Darüber hinaus wird die Methode so ausgelegt, dass es möglich ist, die Qualitätslage der Lieferant:innen fortlaufend zu überwachen. Zuletzt soll das Konzept in den bestehenden Prüfprozess und die damit verbundenen IT-Systeme integriert werden.

Die Motivation

Diese vollständige Untersuchung ist für das Unternehmen ein hoher zeitlicher und personeller Aufwand. Deshalb soll die Prüfung künftig durch eine statistisch abgesicherte Stichprobenprüfung ersetzt werden. Auch vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung der Produktion durch Industrie 4.0 ist ein weiteres Ziel, die Daten künftig digital auszuwerten, dadurch Rückschlüsse zu ziehen und Vorhersagen auf die Qualitätslage treffen zu können. Die Potenziale der Stichprobenprüfung zeigen sich dabei neben dem reduzierten Prüfaufwand auch in verkürzten Durchlaufzeiten durch schnellere Prüfungsergebnisse und einem geringeren Dokumentationsaufwand. Dabei unterstützen wir die Firma.

Das Ziel

Kern der finalen statistischen Methode ist ein Konzept, das einen Wechselmechanismus zwischen verschiedenen Prüfschärfen bietet. Dieser hat als Ausgangslage eine Stichprobe von kleinem Umfang, mit der systematische Fehler erkannt werden und bereits mit guter Aussagekraft ein erster Eindruck der Qualitätslage gewonnen werden kann. Wird ein Grenzwert überschritten oder die Qualitätslage als instabil bewertet, wird eine größere Stichprobe geprüft und neue Kennwerte berechnet. Bei konstant guter Qualität kann so der Prüfaufwand erheblich reduziert werden. Ein digitales Tool unterstützt bei der Auswertung der Ergebnisse und den Anweisungen für die Prüfungen